Warum Schreiben?

Helga Maria Kemper

Zuerst waren es Tagebucheinträge im Urlaub oder in besonders geprägten Zeiten, die Gesehenes, Wahrgenommenes, meine Eindrücke, Empfindungen erhalten sollten.

Später wurde ein geschenktes Schreibbuch zu meinen täglichen Lebensbegleiter. Das, was in mir brodelte, wütete, sich freute, Glücksmomente, all das, was sich oft im Sprechen nicht teilen lässt, fließt durch meine Hand und den Stift auf das Papier.

Eine lange Zeit durfte ich regelmäßig einem Freund von meinem Leben schreiben, der es dann mit seinen Worten begleitete.

Dem Leben schreibend zu begegnen und damit das, was mich berührt, was mir auch in mir selbst begegnet, auf Papier zu bringen, hat für mich immer wieder eine heilsame Wirkung.

Ich freue mich auf Ihr Schreiben.

Seit den ersten gemalten Buchstaben ist Schreiben mit Freude, mit Zauber verbunden.

Worte aufs Papier setzen zu können war magisch – ich konnte eine andere Welt erschaffen und hatte die Möglichkeit, mich meiner äußeren und inneren Welt zu vergewissern. Die Schreibwelt war Zufluchtsort und ein Punkt, von dem aus ich angefangen habe, zu gestalten.

Es hat Zeiten gegeben, in denen Schreiben meine Versteinerung brechen konnte, ich schreibend ins Wahrnehmen, ins Leben zurückgefunden habe.

Und es hat Zeiten geben, in denen ich mich staunend gelesen habe – mit großer Verwunderung darüber, dass das, was ich dort lese, wirklich von meiner Hand stammt.

Das Heilende, das mir im Schreiben begegnet ist, die Freude über diese schöpferischen Momente, der Mut und das Staunen darüber, sich selbst zu begegnen - das alles kann in dem Schreiben, das ich begleite, aufleuchten. Darauf freue ich mich.

Doris Hanhart

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